Radarbasierte Drohnendetektion für Unternehmensstandorte
Ozense entwickelt ein kosteneffizientes, lokal arbeitendes System, das kleine nicht kooperative Drohnen erkennt und verfolgt. Eine Edge-Einheit am Standort soll reale Zieltracks von Clutter trennen und sie konservativ bewerten; bei relevanten Ereignissen ist eine optische Verifikation über vorhandene PTZ-/VMS-Technik vorgesehen.
Das Vorhaben befindet sich in Forschung und Entwicklung. Es ist ein Proof of Concept in der Vorgründungsphase – noch kein serienreifes Produkt und kein Abwehrsystem.
Kameras brauchen Licht. RF-Empfänger brauchen ein Funksignal. Radar braucht keins von beidem.
Was ist radarbasierte Drohnendetektion?
Radarbasierte Drohnendetektion erkennt Fluggeräte an den Radarwellen, die sie zurückwerfen – nicht an ihrem Funkverkehr und nicht an einem Kamerabild. Ein FMCW-Radar misst dabei Entfernung und Radialgeschwindigkeit jedes reflektierenden Objekts und kann so auch Drohnen erfassen, die autonom und ohne Funkverbindung fliegen.
Die eigentliche Schwierigkeit liegt nicht im Empfangen des Echos, sondern in der Frage, was dort reflektiert: eine Drohne, ein Vogel, ein bewegter Ast oder ein Verarbeitungsartefakt. Genau diese Unterscheidung unter realen Störbedingungen und auf kostengünstiger Hardware ist der Forschungsgegenstand von Ozense.
Erkennen und verfolgen
Ein 77-GHz-FMCW-Radar erfasst bewegte Flugobjektkandidaten unabhängig von Beleuchtung und Funkverbindung. Aus den Einzeldetektionen entstehen über die Zeit Tracks – erst die zeitliche Stabilität macht aus einem Echo einen belastbaren Zielkandidaten.
- 77 GHz FMCW
- 3TX/4RX MIMO
- Lichtunabhängig
Clutter und Artefakte verwerfen
Vor jeder semantischen Aussage steht die Frage der Track-Gültigkeit: Liegt ein stabiles physisches Ziel vor oder nur bewegter Umgebungsclutter beziehungsweise ein Verarbeitungsartefakt? Diese Trennung ist der wirksamste Hebel gegen Fehlalarme und wird deshalb als eigene Stufe geführt.
- Adaptiver Clutter-Filter
- Track-Gültigkeit als eigene Stufe
- Geisterziel-Behandlung
Konservativ bewerten
Ein gültiger Zieltrack wird als Drohne, als Vogel beziehungsweise anderes Flugobjekt oder als Unknown bewertet. Unknown ist eine bewusste Systementscheidung: Bei unklarer Evidenz wird keine Klasse erzwungen. Der heute zulässige Ausgabestand lautet possible moving drone candidate.
- Micro-Doppler & Trackmerkmale
- Drohne / Vogel bzw. anderes Flugobjekt / Unknown
- Keine erzwungene Klasse
Verifizieren und übergeben
Zielarchitektur: Bei einem relevanten Kandidaten richtet das System eine vorhandene PTZ-Kamera aus, sofern Sicht und Zielgeometrie das zulassen, und übergibt das Ereignis an Leitstelle oder VMS. PTZ-Cueing und die End-to-End-Integration sind Entwicklungsziele der Förderphase, keine bereits belegte Produktleistung.
- Radargetriggertes PTZ-Cueing (FuE-Ziel)
- Übergabe an Leitstelle / VMS (FuE-Ziel)
- Keine Cloud-Pflicht
Ozense detektiert, bewertet, dokumentiert und alarmiert. Eine aktive Drohnenabwehr – Jamming, Übernahme oder kinetische Wirkung – ist ausdrücklich nicht Teil des Systems.
Drohnendetektion für sensible und kritische Infrastruktur
Nicht kooperative Kleindrohnen können für Industrie-, Energie-, Forschungs- und andere sensible Standorte ein Ausspähungs-, Störungs- oder Sicherheitsrisiko darstellen. Betroffene Betreiber stehen dabei regelmäßig vor denselben drei Hürden: hohe Kosten, fehlendes Fachwissen und eine unklare Rechtslage.
Ozense untersucht einen Radar-first-Ansatz, der solche Flugobjekte lokal erkennt und verfolgt und relevante Ereignisse perspektivisch in bestehende Sicherheitsprozesse und Leitstellen integriert. Anforderungen kritischer Infrastruktur werden in der Entwicklung berücksichtigt.
Wichtig zur Einordnung: Das KRITIS-Dachgesetz kann je nach Einstufung und Risikoanalyse den Druck auf Resilienzmaßnahmen und Nachweise erhöhen. Eine pauschale gesetzliche Pflicht zum Kauf eines Drohnenradars begründet es nicht. Ozense ist weder KRITIS-zertifiziert noch für einen bestimmten Anlagentyp freigegeben.
| Fähigkeit | Radar (Ozense, FuE) | Kamera / Optik | RF-Detektion |
|---|---|---|---|
| Unabhängig von sichtbarem Licht | Ja | Nein | Ja |
| Autonome Drohnen ohne Funksignal | Ja – prinzipbedingt | Ja, bei Sicht | Nein |
| Entfernung & Radialgeschwindigkeit | Ja | Nur mit Zusatzannahmen | Eingeschränkt |
| Drohne von Vogel unterscheiden | Entwicklungsziel – heute Kandidat / Unknown | Bei ausreichender Auflösung möglich | Nein |
| Erzeugt Bilddaten | Radarkanal ohne Bilder; Kamera nur ereignisgesteuert geplant | Kontinuierliche Bilddaten | Keine Bilder |
| Wetter- und Standortrobustheit | Im Feld zu validieren | Sicht- und lichtabhängig | Von Funkumgebung abhängig |
Radar arbeitet unabhängig von sichtbarem Licht. Wetter- und Standortrobustheit sowie die Leistung unter realem Clutter werden im Feld validiert und sind nicht pauschal zugesichert.
Was heute belegt ist – und was nicht
Belegt: ein funktionsfähiger Radar-Capture-, Tracking- und Auswertungsstack, die Detektion und Verfolgung bewegter drohnenkompatibler Kandidaten sowie eine vorregistrierte, reproduzierbare Auswertekette. In bisherigen Felddaten lag belastbares Tracking kleiner Drohnen eher bei 14 bis 20 Metern.
Nicht belegt: eine robuste Feldunterscheidung von Drohne, Vogel und Clutter, eine freigegebene Produktreichweite, niedrige Fehlalarmraten über lange reale Betriebszeiten sowie die PTZ- und VMS-Funktion end-to-end im Feld. Größere Reichweiten sind Entwicklungsprognosen aus dem Link-Budget, keine Produkteigenschaften.
Standorte und Partner für Forschungspiloten gesucht.
Gesucht werden Unternehmensstandorte mit konkretem Drohnenrisiko, Sicherheitserrichter und VMS-Partner sowie Fachinstanzen für den Messabgleich. Forschungspiloten sind unentgeltlich und nicht exklusiv angelegt.
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